Der Götze CRODO - die germ. Gottheit KRODO

Horst Woick

Stichwortverzeichnis nach dem heutigen Kenntnisstand
(ohne Wertung)
Crodo = sächsischer Gott der Fruchtbarkeit / Gesundheit /Saat

mit Sonnenrad / Rad der Zeit - wehenden Rockschoß (Wind / Luft) Korb voller roter Rosen (für Liebe und Fruchtbarkeit)- Fisch (Wasser / Nahrung oder christliches Symbol)
Chrod im gotischen = rot, Kronus / Rhodos - Kupfer - Kreta und Zypern mit antiken Kupferbergwerken, antikes Weltwunder "Helios" als Kupferstatue, Möglicher Uesprung: Überlieferung durch germanische Sklaven / Legionären bei der Rückkehr nach Germanien / Sachsen / Slaven irisch-schottische Missionszeit lt. Dr. Albert Hansen ???

Crodo Gott der Sachsen

 

Rad
Wie der Zyklus der Sonne und die Unendlichkeit des
Universums in Zeit und Raum
Wind
der Atem oder Odem dieser Welt, der alles hier
am
Leben hält
Korb mit roten Rosen
das Sinnbild für Fruchtbarkeit, die Natur und die schützenswerte Umwelt
Fisch
Das Element Wasser, Nahrung und die späteren christlichen Werte unserer Gesellschaft

(Abb. Lt. Sachsenchronik 1492)

 

 

in Bad Harzburg
ungefähre chronologische Reihenfolge:

 

( nach Sagen, Überlieferung und historischer Daten )

ca. 50 vor Chr.

 

eine römische Legion errichten auf dem Burgberg einen Tempel für den Gott SARTURNUS - in Anlehnung an den gr.Gott Chronos / evt. Helios? Statue/ Opferstätte des CRODO auf dem heutigen Gr.Burgberg oder im Krodotal?

780 nach Chr.

 

 

 

 

 

 

Kaiser KARL der Große ist zur Christianisierung der Sachsen am Harzrand dabei.
Bau der ersten Kirche jenseits der Ecker in Osterwieck.
Karl zu den Sachsen: "Crodo ist euer Gott, der Crodo Teufel" Sturz der CRODO-Statue auf Befehl Karl des Großen. Gab es einen CRODO-Altar auf dem Gr. Burgberg oder im Krodotal??

Crodo="de Cröte "oder "de Grote"

1040

Verlegung der Stiftkirche aus dem Krodotal nach Goslar / Dombau unter Heinrich III. Installation des Krodo-Altars (heute Museum in Goslar) Alter und Ursprung unbekannt.

1065 / 1068

Bau und Fertigstellung der HARZBURG. Im Vorraum des Stiftes soll ein Krodoaltar oder eine Krodostätte (Relief, Büste o.ä. )gestanden haben.

1100

lt. neuestem Gutachten ungefähres Herstellungsdatum des Krodoaltars (Goslar)? Statue der Stadt Goslar soll der Krodoaltar um diese Zeit hergestellt sein, und im Dom gestanden haben.

1350

"Regesta Diplomatica Thuringiae" heute Kronenbach Hinweis auf Crodenbeke / Heidenstieg

1492

 

"Chroneken der Sachsen" von Conrad Bothe:
Zitat: "ikk vinde in der skrift, dat hier in Ostsassen to der Hartesborgk gestan hadde eyn Afgoot na SARTURNO un den heten de Lüde un dat meyne Volk: "KRODO"

1507

"im Invertorium der alternden Harzburg" ein "bespanget rock...."unten am Saum der Crodo oder Teuffel fast unkenntlich gemalet gewesn...."lt.Merian 1653

16 Jahrhundert

 

Marien-Verehrung (unter Erinnerung an Abgott Crodo) auf dem Gr. Burgberg mit vielerlei Wunderheilungen an Blinden, Lahmen und Gebrechlichen

1574

 

 

Erwähnung in ANALES von Georg Torquatus desgl. In der Niederdeutschen Chronik von Abel.
Im Lageplan der Hinweis von F. Stollberg auf eine Stelle auf der südlichen Seite der Westburg auf eine Felseintiefung mit Namen Krodo-Holl ( Höhle-Grotte auch Krodo-Hall)

1602

in "Historia Caroli Magni "Letzner Hinweis: "Karl d. Gr. läßt statt Crodo eine Kirche bauen"

1610

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bau der Bündheimer
Kirche aus Steinen der Harzburgen, Götzenkopf-Relief (Wotan-Crodo?)
Einmauerung an der Nordseite, schräg über dem Eingang.

1626

Rock aus dem Hause HEINRICH I (oder H. III) mit Krodo-Symbol als Stickerei in den Wirren des 30-jährigen Krieges nach Schweden, (wo er heute noch sein soll).

1654

Hinweis bei Merian, die Kirche, wohl auch CRODO standen im Krodotal.

1797

 

 

 

 

 

 

 

 

 

gr. Gemälde eines Opferungsfestes für CRODO von F.G. Weitsch / heute in der Akademie der Künste in Berlin.

1825

Forstschreiber E.J.G. Leonhardt beschreibt KRODO mit positiver Sichtweise.

1826

 

Gegendarstellung durch den Regierungsrat Delius, mit sehr negativer Sicht, aber viele Kommentare und gute Literaturhinweise.

1837

 

Benennung einer der Lokomotiven der ersten dt. Staatseisenbahn nach "Crodo".

1842

Eröffnung einer Gaststätte auf dem Gr. Burgberg namens " CRODO"

1850

 

Fund des „Horkenstein“ (Opferstein) und einem „Crodo-Haupt“ in Bochum, der Opferstein liegt heute am Hattinger Busbahnhof und der Crodo-Kopf ist in das / e ein „Bonner Museum“ (?) gekommen

1869

 

„Missionsgeschichte der Harzgebiete“ Dr. Joh. Christ. Gottlob Schumann Seite 28/ 30 Crodo-Nachweise auf dem Burgberg

1873

Bohrung und Benennung der KRODO-Quelle im Heilbad Bad Harzburg Trinkbrunnen / Grotte mit Crodo-Statue im Park des Kurhotels Juliushall.

1888

 

„Die Einführung des Christenthums im Harzgau“ Albert Reinecke Seite 10 / 13 Götze Krodo / Krodo-Altar auf dem Burgberg

1931

Bau des Krodo-Bades "Kurschwimmbad"

1932

Krodo-Forschung v. R. Uhden in BS-Landeszeitung "Altgerm. Zeugen...."

1936 / 1938

Bau des heutigen " Haus der Natur" mit Krodo-Relief an dem Westgiebel.
1937
W. Lüders "Zur Geschichte des Krodo-Tales"....ein wahrer Kern ist darin enthalten.
1952
Gerhard Cordes ablehnend: "Altes und Neues vom Krodo" in der Fröhlich-Festschrift.
1960
Dr. A. Hansen "die Krodo-Statue, ein Denkmal der Iro-schottischen Missionszeit "
1964
Einrichtung einer Krodo-Bar im neuen Kurhaus von Bad Harzburg mit Statue.
1970
Bau des neuen Rathauses in Bad Harzburg mit Krodo-Brunnen.
1985 Aufstellung einer älteren Krodo-Plastik (aus der Krodobar?) aus schwarzem Holz im Schachthaus an dem Krodo-Quellen Schacht.
2001 Buch von Kustos Wolf-Dieter Steinmetz:
Geschichte und Archäologie der Harzburg " wegen des Alters der Krodoüberlieferungen ist von Seiten der Archäologie ein Wahrheitsgehalt nicht völlig abzutun!
2003 Krodo-Figur am Jungbrunnen "Stadtmitte Bad Harzburg"
2004 Bau vom Freizeitpark: " Krodoland" in Westerode
2007

Neue Krodo - Statue

 

Weitere Hinweise in Europa:
vermutete Ürsprünge:

Crotos - Sohn des Pan Helios- griechischer Sonnengott
Vergleich: 36 Meter hohe Statue aus Kupfer auf der Insel Rodos Chronos - griechische Gottheit der Fruchtbarkeit / Saat Sarturnus - römische Gottheit der Fruchtbarkeit / Saat
rot (rote Rosen) - chrod - chronos - Rhodos -Zypern - Kreta, die griechischen Kupferinseln.

Ortsnamen:

Thüringen
Sachsen

 

 

Crodenbeke / Krödklippen bei Sülzhayn / Harz
Crodenlaida bei Merane / Wechselburg im Land Sachsen
Phorphyrplatte als Opfertisch / Altar für Gottheit der Slaven.
weitere Namen in der Umgebung: Götzenthal, Crotensee bei Eibenstock, Crottendorf bei Schwarzenberg.

Italien

 

 

 

 

CRODO in Norditalien / Nähe Lago Magiore mit einer Crodo-Quelle, ein in Italien sehr bekanntes Mineralwasser "Foti de Crodo", es gibt aber auch eine "Therme di Crodo". Die Inschrift über der Quelle lautet sinngemäß: "Das Siegel des goldenen Adlers wer mit Geld eintritt, erhält gesundheitliche Stärkung"
Der Name "Crodo" soll lt. Bürgermeister von Gabbro / Felsen kommen.

"Wer unter dem Siegel des Adlers mit Geld eintritt, erhält gesundheidliche Stärkung".

 

In der Literatur:

 
Figur bei Siegfried Wagner (1933) in der Oper. "Der Heidekönig" in der Sage "Might and Magic IV" ist Crodo, der Berater des Königs BurlackGottheit bei Chr. Aug. Vulpius: Die Götter Thuiskons
Botanisch:
Krodokraut (Bez. im Krodotal)-Erd-Efeu - Hurlekenkraut - botn.: Gundermann. Altes Heilmittel in der Tier- und Humanmedizin, Abwehrkraft gegen Hexenzauber. Als geflochtene Kränze als Abwehr in der Walpurgisnacht. Als "Gundermann" seit dem 12. Jahrhundert beschrieben: Heilpflanze gegen Ruhr, Magen-, und Nierenerkrankungen u. v. m.

Fazit:

Es gibt keine eindeutigen Beweise für die frühere Existenz einer Krodo-Statue auf dem Gr. Burgberg bzw. im Krodotal und Nachweise sind sicherlich heute kaum noch zu finden. Trotzdem sollte der Götze KRODO nicht verneint werden: Einige Spuren sollte deshalb noch ernsthaft nachgegangen werden: dem eingemauerten "Wodanskopf" / Büste an der Bündheimer Kirche ist bisher zu wenig Beachtung geschenkt worden. Wo kommt er her? Welche Bedeutung hatte er früher (vieleicht in der alten Harzburg, lt. Litertur, im Vorraum der Burgkapelle Wodansverehrung ?) und welche ab1610 an der Bündheimer Kirche? Desgl. der Rock in Schweden, gibt es ihn, was ist mit ihm? Welcher Zusammenhang besteht zwischen den einzelnen Orten, die mit dem Crodo / Krodo in Verbindung gebracht werden können?
Die Vergangenheit des Krodo-Altars in Goslar ist trotz Gutachten wohl nicht entgültig geklärt.

zusammengestellt:

 

 

 

 

 


Bad Harzburg, den Jan 2004

Horst Woick
Amselweg 12
in
38667 BAD HARZBURG

E-Mail: info@woick-wandern.de
E-Mail: info@harzklub.org

Internet: http://www.bad-harzburg.de/fhb/index.htm

Die moderne Fassung der Symbolik der KRODO-Statue.

Zur Crodo-Enthüllung!